Dublin im Mai
Mich hat es über Pfingsten nach Dublin verschlagen, wo ich eine Freundin besucht habe. Da ihre WG doch recht klein ist, bestand meine erste Planungsaktion neben dem Finden eines guten Flugs (Air Lingus war ok, man bekommt allerdings keinerlei kostenlose Getränke oder Snacks an Board) natürlich im Finden eines netten B&Bs.
Die Shantalla Lodge sah gut aus und ist auch auf Tripadvisor gut bewertet. Außerdem kommt man mit dem Bus 16, der genau dort hält, wunderbar zum Flughafen oder in die O’Connell Street in die Innenstadt.
Da eine Busfahrt mit rund 2,50 € recht teuer ist, lohnt es sich beim Stand von Dublin Bus in Terminal 1 (Erdgeschoss) eine Mehrtageskarte zu kaufen. 5 Tage kosten aktuell 25 € und man kann damit überall fahren, auch bis nach Bray ans Meer. Bei den 5 Tagen ist noch eine Besonderheit, dass sie nicht unbedingt aufeinander folgen müssen, man ist also wirklich sehr flexibel. Beim Einsteigen ist rechts neben der Tür eine Kontrollstation, wo man das Ticket im obereren Teil auf eine Fläche halten muss, bis es piept. Auf diese Weise wird das Ticket auch aktiviert und man sieht, wie viele Tage noch übrig sind.
Die Busse halten auf Handzeichen (leichtes Vorstrecken des linken Arms am Straßenrand). Nach dem Einsteigen geht man so rasch wie möglich durch oder hoch und setzt sich hin. Gestanden wird erst, wenn der Bus voll ist. So bleiben die Gänge gut frei. Will man aussteigen, muss man im Bus auf den Stop-Knopf drücken und kann sich Richtung Ausstieg bewegen. Die weiße Linie auf dem Boden neben dem Fahrer sollte erst überschritten werden, wenn der Bus steht. Außerdem bedankt man sich kurz und höflich beim Fahrer, wenn man den Bus verlässt.
Es gibt eine Dublin Bus App, mit der man sieht, wann der nächste Bus kommt. An den Haltestellen selber sind oft keine genauen Abfahrtszeiten angebracht. In der City gibt es aber Digitalanzeigen und viele offene WLANs, so dass man gut zurecht kommt.
Wird es abends spät, kann man auch problemlos ein Taxi nehmen. Von 8 – 8 Uhr und am Sonntag zahlt man allerdings einen kleinen Aufschlag für Sonderzeiten. Ich hatte Glück, mein Taxifahrer hat mir einen Rabatt gegeben, obwohl es Sonntag war. Und ich habe erfahren, dass die Franzosen nicht so gern gesehen werden, weil sie wohl ohne mit der Wimper zu zucken 50 € für eine Flasche Wein ausgeben, aber fürs Taxifahren am liebsten kein Geld ausgeben würden. Am besten seien die Engländer, sie trinken ordentlich und nehmen sich dann ein Taxi. Über die Deutschen hat er nichts erzählt…
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Will man als Tourist nicht arg auffallen, sollte man wie alle Einheimischen auch bei Rot über die Fußgängerampeln gehen. Die Ampeln müssen auch immer via Knopf aktiviert werden, sonst kann man als Fußgänger lange auf sein Grün warten. Allerdings nur, wenn man sich vorher vergewissert hat, dass auch wirklich nichts.kommt. Die verkehrte Verkehrsführung bringt einen gefühlt recht oft kurz vor einen ungewünschten Kontakt mit einem Auto oder Bus. Ich habe mir angewöhnt, in alle nur möglichen Richtungen zu schauen, wenn ich die Straße alleine überquert habe.
Ich habe mir die typischsten Sehenswürdigkeiten nicht noch einmal angesehen, weil ich schon mal in Dublin war. Stattdessen hatte ich viel Zeit zum Herumschlendern und habe auch ein paar nicht so vielbesuchte Ecken angesehen:
- National Botanical Garden: Er kann von der O’Connell Street aus gut mit dem Bus 83 erreicht werden. Er hält genau vor dem Haupteingang. Der Eintritt ist frei und man findet auf einer recht großen Fläche schöne alte Gewächshäuser, einen Rosengarten, ein Herbarium und viele Eichhörnchen (die man laut Schildern nicht füttern darf und die scheinbar auch gern mal beißen!). Als ich auf dem Boden herumkroch und mich an die Eichhörnchen angepirscht habe, um ein gutes Foto zu erhaschen, sagte ein älterer Herr im Vorbeigehen, dass sich wohl auch öfters mal ein Pfau sehen lässt (ich war wohl eindeutig als Foto-Tourist zu erkennen).
Das Café am Eingang ist auch nett, der Kuchen zwar mit 4,50 € pro Stück etwas teuer, aber eine Kanne Tee bekommt man in ganz Dublin für ca. 1-2 EUR, dafür reicht das Kleingeld immer. - Glasnevin Cemetery: Dieser Friedhof liegt genau neben dem botanischen Garten und kann ab Anfang Juni 2013 auch direkt durch diesen begangen werden (aktuell muss man noch ein bisschen außen herumlaufen). Es gibt ein Museum und die Führungen sollen auch recht gut sein. Ich bin durch den Nebeneingang hinein und einfach herumgeschlendert. Es gibt viele keltische Grabkreuze und bei einigen Grabsteinen muss man aufpassen, dass sie einen nicht erschlagen, so windschief hängen sie da.
- Bray: Ab ans Meer, wenn das Wetter gut ist. Nach Bray kommt man entweder mit dem Bus oder mit dem DART Zug (nicht teuer). Es gibt eine kleine Promenade, einen recht sauberen Stein-Strand mit ein paar Sandflecken und ein paar Verrückte, die bei 12 Grad Außentemperatur schwimmen gehen. Wir waren auf der Suche nach einem netten Restaurant und sind durch Zufall im Martello (Hotel und Restaurant) gelandet. Man sitzt schön windgeschützt auf einer großen Terrasse und kann sein Cider genießen. Das Essen war sehr lecker und preislich in Ordnung.
- Chester Beatty Library: Hinter dem Dublin Castle gelegen und auf jeden Fall einen Besuch wert. Diese umfangreiche Privatsammlung zeigt eine Vielzahl sehr alter Bücher aus der ganzen Welt und erklärt sehr anschaulich deren Entstehungsgeschichte und Druck- und Bindetechniken. Der Eintritt ist frei und wenn draußen der Nieselregen einsetzt, kann man ganz wunderbar alte Schinken betrachten und staunen. Auch hier sitzt man gut im Café bei Tee und Brownies
, wenn die museumsmüden Beine einen nicht mehr tragen. - Die beiden großen Museen National Gallery und National Museum (Archaeology) sind ebenfalls eine gute Adresse bei Regenwetter. Auch hier kostet der Eintritt keinen Cent und man bestaunt immer genau ein Werk von bekannten Malern (1 Picasso, 1 Renoir, …) und einige irische Maler oder entdeckt die urgeschichtliche Gesellschaft Irlands (neben einer seltsamen Sammlung ägyptischer Artefakte in einem Raum). Es gibt auch gerade einen Versuch, das Fotografieren in irischen Museen doch zu erlauben (außer bei speziell markierten Objekten), so dass man für den Privatgebrauch auch ruhig Fotos machen darf.
Dublin ist eine Reise wert – und mein Reisetagebuch einen Eintrag reicher.
















































